Sorat und der christliche Impuls

 

Es ist wieder einige Zeit in das Land gegangen und es hat sich mittlerweile gezeigt, dass das Soratwirken keinesfalls mit dem Ableben der nach  meiner Forschung Hauptverantwortlichen aus der Welt entschwunden ist. Keimartig wurde der Wille dieses Wesens in den Lebensleib vieler Personen gepflanzt und zeigt jetzt erst seine stärkere determinierende Wirkung in vielen Krankheiten, Blockaden, Depressionen, Persönlichkeitsverlusten, Versagens- und Lebensängsten und dergleichen mehr. Im unmittelbaren Umfeld der Verstorbenen erheben sich in immer heftigeren Maße Aggressionen, bis hin zum Wunsch nach wirtschaftlicher und physischer Vernichtung derjenigen, die sich noch zu Lebzeiten der ehemals Agierenden gegen diese gewehrt hatten. Am stärksten sind die Angriffe aber nach wie vor auf spirituelle Quellen wie Heinz Grill oder Rudolf Steiner gerichtet und auch das kulturell-gesellschaftlich-politische Leben im Allgemeinen der Welt scheint bisher keine Wendung hin zu einem Aufwärtstrend zu nehmen.

 

Ich habe sogar den Eindruck, dass bei manchen Menschen der früher verborgene Einfluss des Sorat immer offener zu Tage tritt. Das durch frühere Setzungen und Traumatisierungen seitens der Person der Ärztin besetzte Innenleben kehrt sich mehr und mehr nach außen. Es zeigt sich bei Menschen, die mit direktem äußeren Vorsatz nun aggressiv und mit allen möglichen Mitteln zur sogenannten "Verteidigung" der verblichenen Person antreten, es zeigt sich aber auch bei vielen Personen, die sich als ihre Opfer empfinden, die aber der weiteren Entwicklung ohne eine eigene Anteilnahme und Auseinandersetzung gegenüberstehen und daher auch die Wahrnehmung zur Realität immer mehr verlieren.

 

Die Aufrichtung gegen die gesetzten Fremdbestimmungen und die Zurückweisung der äußeren Angriffe und Attacken, die gerade auch auf bedeutende Geistforscher und spirituelle Lehrer gemacht werden, erscheint uns als Verantwortliche dieser Seite und persönlich Betroffene als ein wesentlicher Punkt für die weitere Zukunft. Nun hat sich für mich gerade in diesem Zusammenhang und im Zusammenhang mit der notwendigen eigenen Auseinandersetzung eine weitere grundsätzliche Frage ergeben, die sicherlich für manch anderen Betroffenen auch von Bedeutung ist:

Man trägt mit den Setzungen und Traumatisierungen einen fremden Einfluss, eine fremde Willenswirkung in sich als einen erheblichen Einbruch in das persönliche Leben und Schicksal. Es ist eine fremde Last oder wie das in den esoterischen Fachkreisen heißt, ein fremdes Karma, das mit dem persönlichen bisherigen Lebensweg eigentlich erst mal nichts zu tun hat, das einem fremd anlastet, vielleicht so, wie es jemand beschreiben würde, der in die Zeit eine Krieges durch sein Leben hineingestellt wurde. Man wäre also vielleicht geneigt zu fragen: "Warum also soll ich hier ein Fremdes tragen, was hat das Ganze mit mir als spirituell suchenden Mensch überhaupt zu tun, wollte ich das überhaupt so?"

 

Um diesen Fragen näher zu kommen, halte ich es für wichtig und günstig, sich einmal wieder die grundsätzliche Bedeutung eines ernstgemeinten und für die heutige Zeit angemessenen Geistschulungsweges, sei er nun anthroposophischer Art, von der Art des „Neuen Yogawillens“ oder noch von anderer Art, vor Augen zu führen. Ebenso ist erneut zu klären, was die Begegnung mit einer Person, die einen solchen Weg initiieren kann, für den eigenen Weg in der Verbindung mit einer Gesamtentwicklung der Welt bedeutet.

 

Ich selbst hatte mich vor langen Jahren für den Geistschulungsweg bei Heinz Grill entschieden, begleitet auch mit dem Werk von Rudolf Steiner und kann mich daher aus der Sicht zu diesem Impuls diesen grundsätzlichen Dingen nähern. Heinz Grill ist ein Mensch, der tatsächlich die Vollmacht besitzt, einen christlich-geistigen Impuls zu setzen. Was bedeutet dies?

Es bedeutet, wenn ich einmal diese Beschreibung wagen will, dass der in jedem einzelnen Menschen ruhende göttliche Keim durch die Begegnung mit diesem Menschen zu einer bewussten Entwicklung erwacht und mehr und mehr die Führung über das gesamte Leben nehmen will. Damit verbunden ist die bewusste Erkenntnis und Entscheidung, dass nun das eigene Leben und Dasein, aber auch die seelischen Wirkungen der eigenen Individualität, die über den Tod hinaus fortbestehen, nun nicht mehr nur die eigene Entwicklung betreffen, sondern auch auf das Fortkommen des Ganzen, der gesamten Welt Einfluss nehmen. Somit besteht aber, und man muss schon fast sagen folgerichtig aus der Logik des Ganzen, auch die Bewegung in der Seele, dass man nicht nur das trägt, was einen persönlich aus dem bisherigen Lebensweg betrifft, sondern auch immer mehr Anteil nimmt, an dem, was der gesamten Menschheit oder der Welt als Ganzes anlastet, man nimmt immer mehr Anteil an dem, einmal christlich-kirchlich gesprochen „in der Welt bestehenden Bösen und fremden Leiden“.

 

Ich sehe also gerade diese seelische Bewegung als Folge einer christlichen Initiation als ein zentrales Element eines christlich-geistigen Schulungsweges. Wohl gemerkt, das heißt aber nicht, um hier nicht gleich einmal missverstanden zu werden, dass man die äußeren Angriffe und inneren Determinierungen einfach passiv hinnimmt und sich mit ihnen abfindet. Vielmehr machen wir hier den Versuch, zu einer mehr geistig-philosophischen Betrachtung des Geschehens zu kommen, welche gerade auch, wenn sie wirklich ernst genommen und im Einzelnen lebendig wird, wieder die Kraft geben kann und dazu verhilft, die Umstände nicht einfach hinzunehmen, sondern ihnen ein Ideal entgegenzusetzen.

 

"Warten auf Godot", ein berühmtes Theaterstück von Samuel Beckett, Ausschnitt aus einer Plakatwerbung.

Alle Figuren dieses Stückes verkörpern das menschliche Bedürfnis, trotz unbestimmter und letztlich unerfüllter Illusionen auf die Ankunft eines Heil bringenden Propheten oder sonstigen Erlösers zu hoffen - oder aber Missstände, Angriffe und Determinationen einfach hinzunehmen, frei nach dem Motto "auf der Welt geschieht immer irgendwo Unrecht". Mit seiner ins Leere laufenden Handlung und den sich im Kreise drehenden Figuren steht das Stück der Philosophie des Existentialismus nahe.

 

Rudolf Steiner stellte die Wirkung der christlichen Initiation so dar, dass er davon sprach, wie der Christus in der Welt wirkt und welche Beziehung zwischen dem Christus und dem Einzelmenschen besteht:

Alle Gedanken und Handlungen eines Menschen hinterlassen eine Wirkung, die zunächst einmal auch nur den Einzelmenschen und seine Entwicklung im Geistig-Seelischen betrifft, diese Wirkung gleicht der einzelne Mensch durch seine verschiedenen Lebenswege und durch das, was ihm dort widerfährt, aus. Die Gedanken und Handlungen hinterlassen aber auch eine Wirkung im Ganzen des Weltgeschehens, die der Einzelne mit seinem persönlichen Leben nicht mehr ausgleichen kann. Diesen Ausgleich des sogenannten „Weltkarmas“, welches die Welt immer mehr belasten und ihre gesamte Entwicklung schließlich immer mehr verhindern würde, diese Last des Ausgleichs übernimmt nun der Christus, der durch seine Passion in die Verbindung mit der gesamten irdischen Welt getreten ist, aber nur dann, wenn der einzelne Mensch in freier Weise mit dem Christus in Beziehung getreten ist.

 

In seiner innersten, zunächst unbekannten Absicht seines Daseins, in seinem göttlichen Keime, liegt im Menschen immer der Wunsch, für des Weltgesamte in die Verantwortung zu treten. Daher liegt es auch auf seinem Wege, „den Christus einmal in sich aufzunehmen“, wie Rudolf Steiner das ausdrückte. Oder wie Heinz Grill immer wieder nahelegt, man setzt sich dann Ziele nicht mehr um der eigenen Entwicklung willen, sondern um der Fortentwicklung des Ganzen willen. Und dieses Weltganze oder die Verantwortung zu ihm bestimmt sich dann nicht etwa nur aus einer sogenannten nur äußeren „Weltethik“, sondern liegt vor allem in den Gesetzen der geistigen Welt.

In der bewusst gewählten Verbindung zu dem Christus oder zu dem Weltganzen liegt nun auch der Grund oder, wie schon gesagt, die fast logische Folge, dass man Dinge trägt oder auch bereinigen muss, die in ihren Ursachen zunächst nicht im individuellen Lebenskreis gelegen haben. Es ist also letztlich der Wunsch der eigenen Seele, in diese Verbindung zu treten und auch der sich daraus folgerichtig ergebenden Notwendigkeit zu geeigneten Aktivitäten gerecht zu werden.    

 

Der christlich-geistige Impuls und der soziale Prozess: Aus einer Mitte heraus tritt der Mensch in Beziehung zu seiner Umwelt und zu den Mitmenschen. Verbunden in einem gemeinsamen Thema oder Ideal, bewahrt doch jeder seinen individuellen Stand. In den gemeinsamen Entwicklungsinteressen sich weitend und in der eigenen Tiefe sich zentrierend, nimmt jeder auch immer mehr Anteil an der Entfaltung und Steigerung des gesamten Lebens und der Welt und den damit verbundenen Widerständen und Lasten. Bild: E.S.

 

Vor dem Hintergrund dieser Gedanken wird es vielleicht besser verständlich, warum viele Menschen gerade jetzt erleben, dass die subjektiv wahrgenommenen und auch objektiv bestehenden Belastungen keinesfalls abnehmen sondern sogar eher noch zunehmen. Sie rufen tatsächlich zu einer tieferen Auseinandersetzung und auch Zielsetzung auf, die den Einzelnen mehr mit dem Weltganzen und dem Christusgeist verbinden werden. Ich als Mensch, der eine Initiation durch die Person von Heinz Grill erhalten hat, habe den Eindruck, dass dieses tiefe Gefühl einer christlichen Einweihung bei mir, aber auch bei vielen Anderen und möglicherweise auch in der Anthroposophie durch das Wirken des Sorat weitgehend zerstört wurde und nur durch eine tiefere Auseinandersetzung und Zielsetzung wieder erneuert werden kann.

 

Warum also kam der Sorat? Was hat er mit mir als Einzelmenschen zu tun? Tritt man wirklich und bewusst in eine christliche Einweihung, so trägt man nicht nur mehr das, was einen persönlich betrifft, sondern auch das, was auf die Welt als größeres Gesamtes einwirkt und der Sorat ist eine Kraft, welche die Gesamtheit der Menschen betrifft. Man arbeitet nicht mehr für die eigene Entwicklung, die Arbeit erweitert sich auf die Entwicklung der Menschheit als Ganzes und man nimmt daher auch immer intensiver an den auf das Gesamte gerichteten negativen Wirkungen Anteil. Für uns selbst hat dieser Gedanke eine Dimension, die wir uns erst einmal wieder ganz neu ausloten und erschließen müssen. Wir müssen die oben angedeutete Weite und Tiefe, einen christlich-geistigen Impuls erhalten zu haben, uns wieder neu erobern, damit wir eine dieser Begegnung angemessene Haltung einnehmen und in ein angemessenes Handeln gegenüber den Geschehnissen kommen. Das Drama des Kommens und der Wirkungen des Sorat fordert gerade dazu auf, in ein umfassenderes Bewusstsein einzutreten und dann auch aus diesem heraus zu leben und zu handeln.

 

Literatur und Hinweise:

  • Heinz Grill: "Initatorische Schulung in Arco, Der Hüter der Schwelle" (hier besonders die Kapitel über den "großen Hüter"), Lammers-Koll-Verlag, Sachsenheim-Häfnerhaslach.
  • Rudolf Steiner: "Christus und die menschliche Seele", Vier Vorträge, Norrköping 1914, Rudolf Steiner Verlag, Dornach, Schweiz.

Zu den Themen "Psychopathen" und  "Manipulation und Determinierung von Menschen" zum Beispiel:

  • Günther Pauli: "Die Ordnung der Kräfte", Kapitel "Das Böse in der Psychologie", tredition Verlag, Hamburg.
  • Internet, www.freiwilligfrei.de: Verteidigung gegen Psychopathen.

Eine interessante kurze Zusammenstellung von Gedanken zu dem Thema "Sorat und Christus" entstand kürzlich auf einer Tagung zu diesem schwierigen und weitreichenden geistigen Geschehen. Diese können vielleicht trotz der Kürze eine Hilfe sein, persönlich das Phänomen besser einzuordnen:

 

Christus und Sorat

 

"Wenn man ein geistiges Ideal entschieden und "steil" (d.h. unmittelbar) angehen will, trifft man auf einen großen Widerstand. Dieser sind weniger die traditionellen Konfessionen oder äußeren Systeme, sondern viel mehr der Sorat. Der Sorat ist das größte Hindernis. Gleichzeitig ist der Sorat auch ein positiver Faktor. Wie ist dies zu verstehen?

 

Die Traumatisierung als Grundlage des Weiterwirkens des Sorat:

Ein Trauma ist stets in den Aetherleib hineingeschrieben. In der Vergangenheit hat jeder Mensch verschiedenste Traumen (durch das Wirken des Sorat) aufgenommen. Wenn man den Faktor „Sorat“ erkennt hat man die Möglichkeit alle erfahrenen Traumen aufzulösen.

 

Wir dürfen nicht in den Traumen und minderen Selbstwertgefühlen herumkramen, sondern zwei Faktoren sind zu beachten:

 

  1. Wo wollen wir wirken, welches Ziel wollen wir verfolgen, wie sieht die Arbeit aus?
  2. Es ist auf die Spitze der Hindernisse zu schauen, auf den Sorat. Der ist das Hindernis, nicht wir selbst sind es.

 

Mit dem Christusereignis ist es möglich, die Welt in einer Freiheit zu bejahen. Wenn man sich mit einer Sache intensiv beschäftigt, ist es möglich freier zu werden. Das Soratprinzip jedoch verdunkelt die Beziehung zum Geist.

 

Wir benötigen beides: die Erkenntnis des Christus und die Erkenntnis des Sorat. Durch die richtige Aktivität werden wir frei, ansonsten kommt es zu Verhüllungen, Schwierigkeiten und Substanzverlust. Wir benötigen größte Bemühungen um das Christusgeheimnis zu erkennen und gleichzeitig den Sorat im Auge zu haben.

 

Wenn man die vielen Kreisbewegungen (um die eigenen Traumen) nicht macht und sich Sorat vorstellt, kann man nächste Schritte der Umsetzung tätigen.

 

Es sollte unser Ehrgefühl sein: „Dem Sorat gehört kein Mensch“ (d. h. kein Mensch soll durch die mit Sorat gesetzten Traumen gebunden bleiben).

 

Wesentlich ist es, das Soratwesen außerhalb des eigenen Selbstwertgefühles zu benennen, es als fremde Sache anzuschauen.

 

Für uns ist der Sorat eine positive Voraussetzung, denn er ermöglicht die Freiheit. Die Erkenntnis für Sorat und Christus muss immer wieder neu erbaut werden, von Zeit zu Zeit herausgearbeitet werden. Der Einzelne muss durch Sorat umso mehr seine Entwicklung lenken lernen."